Sonntag, 25. November 2012

Nicht für die Schule, fürs Leben lernen wir

Dieses Wochenende findet an unserer Schule der alljährliche, traditionelle Adventsbasar statt. Begonnen haben die Vorbereitungen dazu schon Monate vorher, unter anderem damit, dass Tania eine ganze Menge von Waldorfpuppen mit der Puppennährunde, die sie betreut, herzustellen begann.


Am Freitag wurden alle Stände schon aufgebaut, alles war am Abend an Ort und Stelle. Wenn soviel Wertvolles herumsteht, muss das auch bewacht werden! Als Freiwilliger zur Nachtwache war ich von Samstag, 02:00 Uhr bis 08:00 Uhr dran.

Und als ich dort so ganz alleine die Nacht verbrachte, umherwandernd zwischen den Gebäuden am Schulhof, die kochenden Wachstöpfe für das Kerzenziehen, die zu bindenen Kränze, Kaplas und Kuchenberge bewachend, sah ich an einer Tafel ein Gedicht, das gut zum Abend passte. Und ich begann das, wogegen ich mich während meiner Schulzeit immer gesträubt hatte, zu tun: Ich begann das Gedacht auswendig zu lernen.

Joseph Freiherr von Eichendorff: "Mondnacht"

Es war, als hätt' der Himmel
Die Erde still geküsst,
Dass sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müsst'.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis' die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Es reicht die richtige Motivation und man macht Dinge gerne. Das muss die Schule von heute leisten - besser als zu meiner Zeit.

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